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Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Arbeitsgruppe Lumineszenz am LS Geomorphologie

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probennahme

Probennahme

Die Menge einer einzelnen Probe sollte nicht weniger als 200 g betragen. Größere Probenmengen, bis zu 1kg, sind indes wünschenswert, da man im Voraus nie wissen kann, wie hoch der jeweilige Anteil an Quarz oder Feldspat ist. Um eine Unterschätzung des Alters zu vermeiden, darf die Probe nicht dem Licht ausgesetzt werden. Das bedeutet, dass die Probe unter Bedingungen genommen werden muss, die den Einfluss des Lichts minimieren bzw. nach Möglichkeit gänzlich ausschalten. Im Anschluss sind die Proben in lichtdichten Tüten zu lagern. Die beste Zeit zur Probennahme ist eine Nacht ohne Mondlicht.
Eine weit verbreitete Lösung, um Proben am Tag zu nehmen, besteht in der Verwendung eines Zylinders aus Edelstahl, der in das zu datierende Sediment getrieben wird und dessen beiden Enden mit lichtdichten Kappen verschlossen werden. Das Sediment an den Enden der Zylinder, welches dem Tageslicht ausgesetzt war, kann im Labor unter Lichtausschluss entfernt und letztlich verworfen werden. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung darauf zu achten, dass das Material im Zylinder kompakt und nicht lose ist, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich das belichtete Material an den Enden mit dem nicht belichteten Material im Inneren des Zylinders vermischt. Für den Fall, dass der Zylinder nicht gänzlich gefüllt ist, wird ein Material benötigt, das das Sediment daran hindert, sich unkontrolliert zu bewegen, z.B. ein Tuch oder Papier.

Zusätzlich zu dem unter Lichtabschluss gewonnenen Materials für die Lumineszenzmessung sollte aus der Umgebung der beprobten Stelle eine repräsentative Menge Sediments (ca. 200-500 g) zur Analyse der darin enthaltenen Radioelementgehalte bzw. Radioaktivität genommen werden. Ein Richtwert für den zu beprobenden Radius um die Lumineszenzprobe sind 30 cm. Dieses Material kann ohne Bedenken dem Licht ausgesetzt werden. Insgesamt ist darauf zu achten, dass die sedimentäre Lumineszenzprobe einer möglichst homogenen, >60 cm mächtigen Schicht entnommen wird und der Abstand zur Geländeoberkante >30 cm beträgt.

Für das Nehmen von Festgesteinsproben (Silex-Artefakte, Keramiken, Thermochronometrieproben) gelten abweichende Richtlinien.


Verantwortlich für die Redaktion: Manfred Fischer

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